ProjekteSakralbautenSynagoge Schwerin

Synagoge | Neubau

Bauzeit 2008

Schwerin | Landesrabbiner – Holdheim – Str. 3

PLANUNGSLEISTUNGEN:

  • Planungsleistungen nach § 15 HOAI, Leistungsphasen 2-8
  • Brandschutzplanung

Für den Neubau der Schweriner Synagoge war ein Kostenrahmen von 660 T€ vorgegeben. Die Bauarbeiten der Synagoge begannen mit der Bohrpfahlgründung am 05. Mai 2008. Die darauf folgenden Arbeiten an der Bodenplatte, mit Begleitung der Bodenarchäologie, wurde am 27. Juni 2008 fertig gestellt. Am 07. Juli begannen die Rohbauarbeiten mit der Errichtung der Tragstruktur der Wände, als monolitisches Stahlbetonskelett mit Ausfachung. Die Rohbauarbeiten wurden Anfang Oktober mit der Fertigstellung des Verblendmauerwerk abgeschlossen.
Es folgten die Ausbaugewerke und die Heizungs- und Lüftungsinstallation.
Die restlichen Arbeiten, Malerarbeiten im Innenraum und die Außenanlagen, wurden am 01.12.2008 abgeschlossen.

Die Übergabe an die Jüdische Gemeinde Schwerin erfolgte, wie geplant, am 02.12.2008. Die Weihung der Synagoge erfolgte am 03.12.2008.

Die Kubatur des Neubaus ist als freistehender Baukörper erlebbar und der Nutzung entsprechend in seiner Materialität zeitgemäß abgesetzt.

Der Hauptzugang erfolgt über die Schlachterstraße 5, die auch durch die Jüdische Gemeinde genutzt wird und zusammen mit dem neuen Gebäude eine Nutzeinheit bildet. Verbunden wird die Synagoge durch einen großzügigen Vorraum mit einer Garderobe.

Eine Synagoge des 21. Jahrhunderts, an diesem geschichtsträchtigen Ort, weist bereits vom Grundsatz her eine architektonische Bedeutung auf. Durch die besondere Nutzung des Gebäudes, ist auch eine besondere Form, Materialität und Farbgebung erforderlich. Durch die Fassadengestaltung soll mit dargestellt werden, dass jüdisches Leben in Schwerin entstanden ist.
Durch eine Verglasung ist der Synagogenraum, mit Blick auf die Ostwand und dem Thoraschrein, bereits vom Vorraum erlebbar. Da dieser Raum nicht nur für religiöse, sondern auch für kulturelle Zwecke genutzt werden soll, besteht die Möglichkeit den Thoraschrein zu verdecken.

PROJEKT

Die neue Schweriner Synagoge wurde, wie auch die Vorgängerbauten, im Innenhof der Schlachterstr. 3/5 geplant. Das Planungsziel bestand darin, einen Platz des Gedenkens und der Hoffnung zu entwickeln, welcher gleichzeitig diesen Ort mit Zukunftsfreude erlebbar werden lässt.

Für das Raum- und Funktionsprogramm wurden Nutzeranforderungen der Jüdische Gemeinde, mit Darstellung von Gebäudegrundsätzen zur Gebäudeplanung, vorgegeben. Als Vorbereitung auf das Vorhaben wurde eine archäologische Voruntersuchung durch das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege im Januar 2008 durchgeführt. Es erfolgte die Teilfreilegung der Fundamente der beiden Vorgängerbauten von 1773 und 1819 und die Bergung von Teilen des historischen Fußbodens von 1819. Durch die neuen Erkenntnisse aus der denkmalpflegerischen Untersuchung entstand ein sensibler Umgang mit dem Ort. Es wurden Fundamente, Fußbodenfragmente, sowie das historische Pflaster des Innenhofes erhalten.

An einem so geschichtsträchtigen Ort, an dem bereits zwei Synagogen standen, ist eine Neuordnung der bestehenden Planungsansätze, mit Einbeziehung und Weiterentwicklung der Nutzervorgaben, im Zusammenhang mit der Standortsituation und den archäologischen Funden unabdingbar.
Durch die bauliche Integration von historischen Fundstücken, sowie einer Darstellung von Vernichtung und Wiedererstehung der Synagoge im Entwurf des neuen Gebäudes, soll Geschichte erlebbar gemacht werden. Die Synagoge des 21.Jahrhunderts erhebt sich aus den Fundamenten der letzten beiden Jahrhunderte, mit einer aufstrebenden Gebäudekubatur. Damit soll zugleich das heutige aufstrebende jüdische Leben in Schwerin symbolisiert werden.