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23 Regalkilometer Akten, 15 000
Urkunden, mehr als 100 000 Karten und
Pläne, dazu Nachlässe, Flugblätter,
Wappen, Orden, Dokumentarfilme und vieles mehr aus 800 Jahren mecklenburgischer
Geschichte beherbergt das Landeshauptarchiv.
Baudirektor Paul Ehmig , der das imposante
Gebäude von 1909 bis 1911 errichten
ließ, experimentierte mit dem
modernsten Baustoff seiner Zeit: Beton.
Leider überschätzte er dessen Widerstandskraft
gegen Lasten, Zeit und Wasser.
Risse in den Außenwänden, schadhafte
Tragpfähle und aus heutiger Sicht
hauchdünne Decken mussten aufwändig
repariert werden.
Alle Regale, die im
Verwaltungsgebäude stehen, sind heute
mehrfach mit Stahlkonstruktionen in
den Wänden verankert.
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Alle Decken
wurden „statisch ertüchtigt“, so Brenncke,
und massenhaft Asbest entsorgt,
der den alten Estricht verstärkte. Neueste
Brandschutz- und Alarmanlagen,
Sicherheitsfenster, modernster technischer
Standard herrscht jetzt im Landes-hauptarchiv,
verborgen unter der
historischen Hülle. „Unsere eigene
Handschrift haben wir nur am neuen
Fahrstuhl hinterlassen“, sagt Brenncke.
Der ist zu erkennen als schwarze
Schriftstele am weißen Gebäude.
„Auch
hier war die Statik ein Riesenproblem“,
so der Architekt. „Hätten wir den Fahrstuhl
einen Meter weiter nach außen gesetzt,
wäre das ganze Haus gekippt.“
Absoluter Hingucker im Hauptarchiv
ist aber die wiederhergestellte Wandbemalung
im Foyer – leuchtend blau mit
weißen Sternen statt wie bisher ein deprimierend
funktionales Beige-Ocker.
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Wer Spaß hat an Architektur und den
spannenden, unvermuteten und teils bizarren
Geschichten hinter einem Gebäude,
der konnte am Wochenende
auch im Sportinternat, im Kunstkontor
und auf einem Stadtrundgang zwischen
Beutel und Bertha-Klingberg-Platz fündig
werden.
Maren Ramünke-Hoefer
zum Projekt
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